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Die Gleichstrombehandlung
findet schon seit vielen Jahren eine breite Anwendung in der
Medizin, besonders in der Orthopädie/Sportmedizin und Neurologie
wurde sie zur Schmerzbehandlung und zur Regeneration, zum Beispiel
zur schnelleren Knochenheilung eingesetzt.
In der Onkologie
dagegen ist die Anwendung relativ neu. Die Electro-Cancer-Therapy
(ECT) eignet sich aber besonders für oberflächliche oder auch
tiefergelegene Tumorarten, die aus ästhetischen und funktionalen
Gründen nicht operabel sind. Sie ist nicht zu verwechseln mit der
Hyperthermie oder anderen Formen der Elektrotherapie! Zur Behandlung
geeignet sind u. a. Mamma-Karzinome, insbesondere Rezidive nach
Strahlen- und Chemotherapie, maligne Melanome, Hautkarzinome, wie
Basaliome, Spinaliome, Melanome, Hautmetastasen, Weichteiltumore,
Tumore im gynäkologischen Bereich, Tumore im urologischen Bereich
usw.
Das Ziel der Anwendung von Gleichstrom ist die induzierte
Nekrose (steriles Absterben von Tumorgewebe) eines Tumors durch eine
Gleichstromquelle mittels Elektrodensonden in und am Tumorgewebe.
Der Gleichstrom, der zwischen zwei oder mehreren Elektroden fließt,
führt zu einer Gewebezerstörung mittels Elektrolyse. Durch die
Ionenwanderung kommt es zu einer erheblichen pH-Wert- Verschiebung
im Gewebe. Die erreichten pH-Werte liegen weit außerhalb des
physiologischen Bereiches und sind gewebeschädigend. Der Gleichstrom
führt auch zu einer Änderung der Membranpotenziale rund um und in
der Zelle. Der Innenraum einer Zelle ist im Gegensatz zur Umgebung
negativer geladen, daher besitzt die Zelle ein Membranpotenzial. Der
Gleichstrom verändert die Konzentration der geladenen Teilchen im
Bereich um die Zelle herum, so dass es zu einer Änderung des
Membranpotenzials kommt. Die Potenzialänderung wirkt auf bestimmte
Membranbestandteile, die sich bei einer starken Reizung für positiv
geladene Ionen öffnen und an den Innenraum abgeben. Durch das
Eindringen von sehr vielen positiv geladenen Ionen wechselt die
negative Ladung im Zellinneren ins Positive. Das spezifische
Gleichgewicht ist gestört. Jetzt können negativ geladene Immunzellen
in die geschwächte Tumorzelle eindringen und sie abtöten. Weiterhin
kommt es im Gewebe an der Kathode zu einer Gefäßerweiterung, an der
Anode zu einer Austrocknung, Schmerzlinderung und
Entzündungshemmung. Dadurch wird das Tumorgewebe devitalisiert.
Die elektrische Devitalisierung ist keine übliche elektrische
Verletzung. Sie ist fast immer schmerzfrei und stört nicht das
Allgemeinbefinden. Eine Abstoßung des elektrisch induzierten
Gewebeuntergangs findet erst nach einigen Wochen statt. Die
Substanzverluste entsprechen größenmäßig der ursprünglichen
Ausbreitung des Tumorgewebes. Ausschlaggebend für eine schonende
Krebstherapie ist, dass die zellzerstörenden Effekte ausschließlich
im Tumorgewebe wirken und gesundes Gewebe unbeeinflusst lassen.
Mit der ECT wird auch ein spezifisches Immunphänomen ausgelöst,
denn durch den Strom werden Tumorantigene frei und den durch den
Strom angelockten Immunzellen präsentiert. Durch die
Gewebszerstörung werden Zytokine freigesetzt. In der Folge kommt es
zu einer höheren Erkennungsrate von Tumorantigenen, was wiederum die
Immunleistungen des Tumorträgers fördert. Die ECT kann ambulant
durchgeführt werden. Die Behandlungsdauer variiert zwischen einer
bis drei Stunden. Der betroffene Bereich wird steril abgedeckt und
mit einem Schmerzmittel betäubt. Je nach Tumorgröße sind zwei oder
mehr Elektroden, die als dünne Nadeln durch die Haut in den Tumor
eingebracht werden, erforderlich.
Während der Behandlung
tritt ein leichter Druckschmerz oder ein leichtes Kribbeln in dem
behandelten Gebiet auf. Da der Gleichstrom im geschlossenen Gewebe
eine langdauernde Schmerzdämpfung hervorruft, treten auch nach der
Therapie Schmerzen nicht oder nur selten auf. Die entstehende
Abtötung des Krebsgewebes führt zwar zu einer entzündlichen
Reaktion, die sich aber nach wenigen Tagen zurückbildet. Das
Krebsgewebe wird auf natürlichem Wege abgebaut, aus dem Körper
eliminiert und durch Narbengewebe ersetzt. Nach der Behandlung ist
der Patient durchaus in der Lage sich eigenständig nach Hause zu
begeben. Die ECT ist mit konventionellen Methoden wie Chemotherapie,
Bestrahlung, Hyperthermie, Immun- und anderen biologischen Therapien
kombinierbar.
Hinweis: Die in dieser Serie
beschriebenen Krebstherapien sind nicht oder nur begrenzt von der
Schulmedizin anerkannt. Die Veröffentlichung erfolgt ausschließlich
zur Information und bedeutet nicht, dass eine beschriebene Methode
eine positive Auswirkung auf eine Krebserkrankung oder -behandlung
hat.
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Weiterführende
Literatur: Pekar, Rudolf: Die perkutane
Bio-Elektrotherapie bei Tumoren. Eine Dokumentation zu
Grundlage und Praxis der perkutanen Galvanotherapie 2002, 2.
Auflage, Verlag Wilhelm Maudrich, 148 Seiten, 167
Farbabbildungen. ISBN 3-85175-777-7 Euro
50,00 | |